ZFH.7

Konzeptstudie eBook und Tablet

Long Title: Konzeptstudie eBook und Tablet
Leading
Organization:
Zürcher Fachhochschule
Domain: ELS
Status: finished
Start Date: 01.12.2012
End Date: 30.04.2013
Project Leader: O. Merlo
Deputy Project Leader: C. Schmucki

Dieses Projekt evaluierte, wie eBooks als Lehrmaterial mit didaktischem Mehrwert einfach produziert, eingesetzt und für verschiedene Reader und Hardware zugänglich gemacht werden können.

Resultate

Komponente Beschreibung
Potentialanalyse e-Unterlagen Publikation der Studienergebnisse
Präsentation Präsentation der Projektergebnisse (zur Zeit noch nicht verfügbar)

Evaluiert wurden die Ausgabe-Formate epub 2, epub 3.0, html5, html, xhtml, xml und pdf sowie die Input-Formate docx, tex, html/xhtml, pdf, epub 2, xml, Texteditoren und Autorentools. In den Tests wurden 24 Produkte zum Erstellen und Konvertieren von Inhalten, sowie 20 Produkte zum Lesen (Reader) auf ihre Taglichkeit entsprechend der definierten Anforderungen hin geprüft.

Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass zur Zeit das eBook Format epub die von uns definierten didaktischen Standards nicht erfüllen kann. Daher ist es kaum angebracht, dass Studierende mit solchen Dokumenten arbeiten. Aktuell ist es besser, Dokumente im PDF-Format (mit pdf Reader Apps) zur Verfügung zu stellen, welche mit (handschriftlichen) Annotationen versehen werden können. Dies ist eine Haupt-Anforderung, wenn Papier-Skripte durch elektronische Formate ersetzt werden sollen. Ein möglicher anderer Ansatz wäre es, traditionelle Skripte durch verschiedene simultane formate zu ersetzen. Zur Zeit sind an Schweizer Hochschulen PC-Tablets im Klassenraum noch kaum im regulären Einsatz.

Das epub-Format ist vielleicht passend für eBooks, jedoch nicht für eSkripts mit denen Benutzer aktiv arbeiten sollen.
Ausserdem wurde untersucht, welche Software für das Konvertieren von einfachen Skripten in üblichen Formaten wie Word oder Latex in das epub-Format adäquat ist. Bis jetzt ist Konvertierungs-Software nicht fähig, komplexe Skripte z.B. mit Multimedia-Inhalten zu transformieren. Daher müssen komplexere Teile nachträglich von Hand wieder mit einer anderen Software ins Dokument eingefügt werden, was nicht für alle Inhalte möglich ist.

Wenn es möglich wird, alle eSkripte eines Studierenden in einer Cloud abzulegen, inklusive persönlicher Anmerkungen, dann könnten diese einen grossen Teil der traditionellen Papier-Skripte ersetzen Ein grosser didaktischer Nutzen könnte erzielt werden, wenn herkömmliche Applikationen auch auf Tablets verfügbar wären, was momentan noch nicht der Fall ist.

Im Anschluss an diese erste Phase wird das Projekt wie geplant in einer zweiten Phase fortgeführt, welche folgende Punkte beinhaltet:

  • Erstellen von elektronischen Unterlagen
  • Veröffentlichung der elektronischen Unterlagen für Devices
  • Einsatz der elektronischen Unterlagen im Unterricht
  • Evaluation des Einsatzes
  • Szenario für die zhaw Wädenswil

Ausgangslage

An den meisten Hochschulen werden heute Lehrunterlagen noch auf Papier angeboten, was hohe Kosten verursacht und einen Verschleiss an Ressourcen bedeutet. Mit den Tablet bzw. eReader ist ein neuer Hardware-Typ auf dem Markt, der für das Lesen von Lehrunterlagen geeignet ist. eBooks können mit neuen didaktisch wertvollen Elementen angereichert werden und eine bessere Lerngrundlage bieten dank Integration multimedialer und interaktiver Objekte.
Ein allgemeiner guter Standard für eBooks hat sich noch nicht durchgesetzt, sodass das Erstellen sowie das Lesen nicht Hardware-unabhängig ist. Für das Bereitstellen von elektronischem Lehrmaterial ist dies ein Nachteil, da die Studieren-den eigene Geräte benutzen und kaum Hardwarevorgaben gemacht werden können.

Ziele

Folgende Zielsetzungen werden in der ersten Etappe verfolgt:

  • Es wird ermittelt, wo ein didaktischer Mehrwert durch den Einsatz von eBooks erzielt werden kann.
  • Es wird eine übersicht erstellt über Erfahrungen mit dem Einsatz von elektronischen Unterlagen an den schweizerischen Hochschulen.
  • Die Vor- bzw. Nachteile des Einsatzes von eBooks gegenüber dem Einsatz von Vorlesungsunterlagen auf Papier werden systematisch aufgezeigt (didaktische, organisatorische und finanzielle Aspekte).
  • Es wird evaluiert,
    • mit welcher Software didaktisch wertvolle Lehrunterlagen (z.B. mit Bild, Ton, Film bzw. Quiz, Lernkarten, Glossar, Notizen etc.) erstellt werden können
    • mit welchen Readern die erzeugten Produkte gelesen werden können
    • für welche Endgeräte die Reader geeignet sind.
  • Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Formate konvertiert werden können, damit sie mit unterschiedlichen Readern lesbar sind.

Die Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst und publiziert bzw. den Hochschulen zur Verfügung gestellt.

Nutzen

  • Eine Hochschule muss eine Strategie entwickeln und klären, welche Lehrunterlagen in welcher Form wo angeboten werden können bzw. wie sie nutzbar sind. Die Projekter-gebnisse können dazu die notwendigen Grundlagen liefern.
  • Man kann davon ausgehen, dass der Einsatz von eBooks dank neuen interaktiven und multimedialen Elementen einen didaktischen Mehrwert bringt.
  • Mit eBooks anstelle von Papierunterlagen, werden Kopierkosten gespart. Die Aktualisierung der Lehrunterlagen wird vereinfacht.
  • Dank dem angestrebten Austausch mit Hochschulen, die bereits Erfahrungen gesammelt haben (z.B. Fernfachhochschule Brig, Universität St. Gallen) können Ideen überprüft und Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt werden.

Vorgehen

Dieses Projekt stellt die erste Etappe eines 2-stufigen Vorgehens dar, welche die Grundlagen für praktische Umsetzungen liefert.
Dozierende formulieren Anforderungen für die Benutzbarkeit, die Herstellung bzw. Wartung von didaktisch wertvollen Skripts. Die Anforderungen sollen möglichst viele Aspekte (inhaltliche, gestalterische, leserorientierte, technische und organisatorische) berücksichtigen.
Danach werden geeignete Autorenwerkzeuge und Software-Reader bzw. Zusatz-Tools zu Latex oder Office evaluiert.
Es wird eine Umfrage an Schweizerischen Hochschulen zur Evaluation bzw. dem Einsatz von Tablet bzw. eBook durchgeführt und anschliessend der Bericht zur ersten Etappe publiziert.

Ausblick

Die erarbeiteten Ergebnisse werden in einer zweiten Etappe (welche nicht mehr Teil des AAA-Projektes ist) angewandt, indem zwei verschiedene eBooks erstellt werden. Das ICBC (Institut für Chemie und Biologische Chemie) erstellt das eBook "Chemie für Nichtchemiker" und das IAS (Institut für angewandte Simulation) das eBook "Einführung in die Funktionentheorie". Es können damit spezifische Anforderungen der Fächer Mathematik und Chemie (v.a. Formeldarstellung) einbezogen werden.
Die eBooks werden im Unterricht getestet und ausgewertet.
Das Erstellen und die Wirkung von interaktiven und multimedialen Elementen soll damit an einem praktischen Beispiel aufgezeigt werden. Mit diesen Beispielen wird zudem die Akzeptanz und der didaktische Nutzen von eBooks bei Studierenden und Dozierenden ermittelt.

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